Nach einem überaus erstklassigen Hessenderby zwischen den Frankfurter Falcons und den Tollwütigen Ebern, die vor rund 270 Zuschauern den Einzug in die Playoffs schafften, gab es auch einen Abschied zu „feiern“.
Auf den Aufstieg hatte der TSV Tollwut Ebersgöns bereits im Vorfeld verzichtet und darf nun ins rein sportliche Kräftemessen mit dem SC Potsdam. Spiel eins findet schon am kommenden Sonntag, dem 09.03.25 um 16 Uhr in der MZH Kirch-/Pohlgöns statt.
Womit die „Ebersgönser Jungs“ im Vorhinein allerdings nicht gerechnet hatten, war die Tatsache, dass sie ab der kommenden Saison auf Spielertrainer Felix Meyer verzichten müssen.
Denn wenn es am Schönsten ist, soll man bekanntlich aufhören. Und schön war der Moment des Sieges in Kombination mit dem historischen Einzug ins Final4 eine Woche vorher in Kaufering allemal.
Angefeuert von seinen Schülerinnen und Schülern der Geschwister-Scholl-Schule aus Assenheim lief der Spieler mit der Nr. 3 zum vorletzten Mal „Dahoam“ für diese Saison auf und beschreibt seine Entscheidung wie folgt:
„So ein Abschied fällt überaus schwer, gerade aus solch einer zusammengeschweißten Dorfmannschaft wie dieser!
Doch der Körper fängt irgendwann an einem immer öfter Zeichen zu geben, auf die man hören sollte. Denn ich möchte meinen sportlichen Ruhestand noch mit der Familie aktiv genießen können und nicht nur einfach mehr Zeit haben. Zudem kann man im Sport immerhin selbst entscheiden, wann man in Rente geht.
Rückblickend hatte ich eine wirklich erlebnisreiche Zeit und ziemlich genau vor 20 Jahren habe ich meine aktive Spielerkarriere im Herrenbereich genau in dieser Halle vom Playoffkampf begonnen! Damals noch bei Floorball Butzbach unter der Fahne von Walter Doornveld, dessen kämpferische Einstellung ich weitergetragen habe. Danken möchte ich an der Stelle aber vor allem meinem Bruder Martin, ohne den wir damals nicht den Schritt einer eigenen Herrenmannschaft in Ebersgöns gewagt hätten. Denn auch hier schließt sich nun der Kreis, wo die eigenen Jugendspieler das Final4 in Leipzig noch als Zuschauer im Alter von acht Jahren bestaunten und nun selbst im Mai in Zwickau unten auf dem Spielfeld stehen dürfen.
Sicherlich ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte, bei dem ich ruhigen Gewissens die gemeinsamen Anfänge mit meinem Bruder in die Hände von unserem vorbildlichen Spieltrainer Florian Beppler-Alt legen kann.
Ich danke an dieser Stelle, nicht obligatorisch, meiner Familie für die tolle und jahrelange Unterstützung!
Meiner Mama am Spendenbus, für das „Dabeisein“ nach meiner aktiven Handballkarriere in der Jugend und die guten Analysen nach dem Spiel.
Meinem Opa für die Begeisterung im hohen Alter und die Ratschläge fürs Leben.
Meiner Frau, für mehr als nur Akzeptanz bei der investierten Zeit in ein Hobby was lange an erster Stelle stand.
Und natürlich meiner lieben Tochter, in deren sportliche Zukunft ich nun selbst mehr investieren kann!
Da ich hier nicht alle meine (ehemaligen) MitspielerInnen aufführen kann, möchte ich mich nur für die Toleranz meiner Zeitstrafen bedanken, die ich neben Toren und Vorlagen fleißig sammelte…ihr wisst warum!
Und auch jahrelange Gegenspieler darf man nicht vergessen, da sie nun mal die spannenden und meist fairen Spiele ausmachen! Stellvertretend dafür ein Zitat eines ehemaligen Rivalen:
„Das ist ein harter Einschnitt, wenn du es gewohnt bist, immer Mannschaftssport zu betreiben. Das fehlt mir heute noch, nicht das Spiel selbst auf dem Feld oder der Wettkampf, sondern die Gemeinschaft des Teams. Ich wünsche dir nur das Beste für die Zukunft und hoffe, wir sehen uns trotzdem ab und zu in irgendeiner Halle oder wo auch immer. Über viele Jahre gewachsene Beziehungen sind sehr wertvoll und ich freue mich über solche Treffen!“
Diese erfahrene Einschätzung wird sich sicherlich bestätigen und so richtig realisiert habe ich diesen Schritt auch noch nicht. Nachdem ich eine Woche diese Entscheidung nur mit mir selbst ausgemacht hatte, und das ist mir schon schwer genug gefallen, muss ich jetzt erstmal die Reaktionen von Familie und der Mannschaft auf mich wirken lassen.
Aber wie heißt es so schön: “Es ist egal was über einen gedacht wird wenn man anfängt, wichtig ist nur was über dich gedacht wird wenn du aufhörst!“
In diesem Sinne hänge ich meinen Schläger gerne an den Nagel.
Euer Felix